Nachgefragt bei Stadionsprecher ‚Knippi’
»Werden nicht die Gummibärenbande beim Einlauf spielen«
Torsten 'Knippi' Knippertz mit VfL-Trainer Dieter Hecking. Foto: Dirk Päffgen.
  Interview
02.08.2017 18:22 Uhr
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Verfasst von Marc Schöne

Seit nunmehr elf Jahren ist Torsten ‚Knippi’ Knippertz Stadionsprecher von Borussia Mönchengladbach. Und das bereits zum zweiten Mal, nach dem er bereits von 1999 bis 2001 am Bökelberg das Mikro in der Hand hatte. Im Trainingslager am Tegernsee haben wir uns mit ‚Knippi’ natürlich vor allem über seine Arbeit als Stadionsprecher der Borussia unterhalten.

Torsten ‚Knippi’ Knippertz über:

...seine eigene Vorbereitung auf die Saison:

Ich muss auch fit sein, deswegen mache ich viel Sport. Ich fliege vor dem Auftakt noch mal zehn Tage in den Urlaub. Ich Depp habe spekuliert, dass wir mit einem Auswärtsspiel starten. Da hat die hat die DFL mir aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich werde meinen Urlaub dann aber natürlich vorzeitig beenden, um zum rheinischen Derby wieder da zu sein. Das DFB-Pokalspiel bei Rot-Weiss Essen werde ich im Urlaub in Griechenland verfolgen.

Ich habe mich mit allen Neuzugängen unterhalten um zu fragen, wie sie ausgesprochen werden oder ausgesprochen werden möchten. Vincenzo Grifo zum Beispiel möchte gerne „Vince“ genannt werden. Der Stadionsprecher von St. Pauli hat die schöne Sitte eingeführt, dass sich die Stadionsprecher untereinander Listen herumschicken mit Lautschrift, wie die gegnerischen Spieler ausgesprochen werden. Er selber hat eine große Datei im Internet, wo man immer mal wieder nachschauen kann.

...sein Comeback bei Borussia und die Veränderung des Stadionsprechers in den letzten Jahren:

Ich bin seit 2006 wieder im Borussia-Park. Von 1999 bis 2001 habe ich das ja schon auf dem Bökelberg gemacht. Es hat sich komplett verändert. Der Sport ist ein komplett anderer geworden. Das Stadionsprechen hat sich auch zu 100 Prozent verändert. Früher auf dem Bökelberg hat man ein Klemmbrett und Werbezettel gehabt, die man selber vorgelesen hat. Man hat sich dort mit 2-sekundiger Verzögerung selbst gehört, was oft irritierend war. Heute hast du einen Knopf im Ohr und eine Regiebesprechung.

Früher konnte man fünf Minuten vor Spielbeginn da sein. Heute ist es wirklich komplett anders. Wir haben einen sekundengenauen Ablaufplan, den die Redakteure von Fohlen.TV ausarbeiten. Das Gerüst steht immer, aber trotzdem muss man drüber schauen. Den Plan bekomme ich immer donnerstags, um mich vorbereiten zu können. Dann kommt es noch darauf an, wo wir mit den Kameras hinkönnen. Das hängt immer ein bisschen davon ab, wo die anderen Kamera-Teams stehen, wie viele sind da und wie die Sicherheitslage ist. Aber aus der Vergangenheit gibt es ja Erfahrungswerte, die wir nutzen.

...Neuerungen in der kommenden Saison:

Ich setze mich immer kurz vor der Saison mit den Verantwortlichen von Fohlen.TV zusammen und spreche über eventuelle Neuerungen. Die Tor-Hymne wird bleiben und gewisse Rituale werden natürlich auch bleiben. Wir werden aber nicht die Gummibärenbande beim Einlauf spielen, den Vorschlag hat es tatsächlich mal gegeben. Es kommen in unregelmäßigen Abständen immer wieder viele Vorschläge. Zum Beispiel was man statt der Tor-Hymne oder der Elf vom Niederrhein spielen könnte. Man denkt da immer mal wieder drüber nach, ob man da was ändert, aber für diese Saison wird sich – Stand jetzt – nichts ändern.

...das Halbzeitspiel:

Ich hoffe, dass das ‚Holland Casino’ bleibt. Ich finde, es ist ein lustiges Spiel. Es war ziemlich genial, dass jemand im Finale getroffen hat. Wir hatten bereits eine Schätzfrage vorbereitet für den Fall, dass keiner trifft. Die 10.000 wären also in jedem Fall rausgegangen!

...seine eigenen Projekte:

Es kommen ein paar Filme raus, die ich bereits letztes Jahr gedreht habe. Die werden dann in diesem Jahr ausgestrahlt. Ein Zweiteiler im öffentlich-rechtlichen Fernsehen über das Geiseldrama in Gladbeck. Dafür musste ich mir extra einen Schnäuzer wachsen lassen. Der Regisseur wollte keinen Fake-Schnäuzer. Sieht ziemlich kacke aus, aber egal. Ich bin gespannt, wie der Film letztlich geworden ist. Dann wird noch eine RTL-Serie rauskommen, in der ich einen Pfarrer spiele. Mehr darf ich aber noch nicht verraten. Beichtgeheimnis sozusagen (lacht). Wir haben jetzt erst mal den Pilotfilm gedreht. Und sollte der ankommen, wird es sicher eine Fortsetzungen geben.

Weiter geht es auch bei meiner n-tv Talkshow „Jetzt Knippertz“. Da werden wir im Herbst, am 13. September, die nächste Folge ausstrahlen. In der geht es dann um hohe Mieten und um (un-)bezahlbaren Wohnraum. Das hat ausnahmsweise mal nichts mit Sport zu tun. Mit dem Fantalk bei Sport1 wird es auch weitergehen, vielleicht in einer etwas anderen Form. Zudem habe ich selber noch zwei, drei Ideen, die entweder im TV oder vielleicht sogar im Internet-Format ausgestrahlt werden. Da ist noch nichts spruchreif. Ich benötige noch Sponsoren. Aber es wird um Fußball gehen.

...den ersten Bundesligaspieltag gegen Köln:

Es ist schade, dass die Saison direkt mit dem Derby beginnt. Einige sagen, es ist nur ein Start und auch da gibt es nur drei Punkte. Für mich ist es definitiv anders. Du musst direkt voll da sein. Das musst du auch andere Vereine sein, aber es ist in einem Derby trotzdem anders.

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