Die Woche des Thorgan Hazard
Von Thorgan zu "Torgan"?
Wird in dieser Saison wohl noch häufiger jubeln können: Thorgan Hazard. Foto: Dirk Päffgen
  Kommentar
30.10.2017 14:47 Uhr
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Verfasst von Hannah Gobrecht

Einem 0:1-Rückstand zur Pause folgten drei Treffer in der zweiten Halbzeit und strahlende Borussen nach Schlusspfiff - das hatte man vor allem einer spielerisch überzeugenden Leistung zu verdanken. Der Mann des Tages bei Borussia Mönchengladbach im Spiel gegen 1899 Hoffenheim war zweifellos Vincenzo Grifo, doch auch Hazard konnte sich als Torschütze feiern lassen.

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Thorgan Hazard musste in dieser Saison bereits oft mit dem Stempel „Chancentod“ leben. Exemplarisch dafür stehen die vergebenen Großchancen bei Borussia Dortmund und gegen Bayer Leverkusen. Die Tatsache, dass der Belgier seine ersten beiden Treffer gegen Leipzig und Hannover „nur“ per Elfmeter erzielte, ließ die Kritiker nicht abblitzen. Dabei sollten sich gerade die Borussenfans an Elfmetersituationen der letzten Saison erinnern, die man kläglich vergab. Hazard stellt sich in dieser Saison der Verantwortung und sichert seinem Team wichtige Punkte.

Verpasste Führungen

Blicken wir doch mal weiter auf die Zahlen und Fakten. Zwischen diesen beiden angesprochenen Elfmetertoren lagen die beiden Spiele gegen Stuttgart und Dortmund, in denen Hazard jeweils einen Treffer vorbereiten konnte. Doch das interessierte vor allem nach dem 1:6 beim BVB niemanden, schließlich hatte er dort die Führung auf dem Fuß. Seinen guten Auswärtsauftritt in Bremen veredelte Hazard ebenfalls wieder mit einem Assist. Gegen Leverkusen gab er seinen Kritikern wieder Futter, denn er vergab aus drei Metern freistehend vor Leno. Dass er zuvor das Tor von Johnson stark vorbereitete, spielte in der Nachbetrachtung eines 1:5 ebenso keine Rolle.

Aus dem Spiel heraus klappt’s auch

Im Pokalspiel unter der Woche sicherte er sich und seinem Team mit seinem ersten Treffer aus dem Spiel heraus den Einzug in die nächste Runde. Zunächst schien das Match gegen Hoffenheim einen ähnlichen Verlauf wie eine Woche zuvor gegen Bayer 04 Leverkusen zu nehmen, denn Hazard scheiterte erneut im Eins-gegen-Eins und die Fohlenelf geriet in Rückstand. Doch in der zweiten Halbzeit war er da, der „Torgan“ - technisch einwandfrei netzte er zum Ausgleich ein. Ganz nach dem Motto: Die schwierigeren Dinger lasse ich mir nicht nehmen.

Wie Aubameyang und Lewandowski

Hazard, der laut Hecking einen »Riesenaufwand« betreibt, weist nach 10 Spieltagen die drittbesten (!) Laufwerte aller Bundesligaspieler auf. Er spulte bislang 114,95 Kilometer ab. Nur Lars Stindl (116,48 km) und Thomas Delaney von Werder Bremen (118,56 km) kommen auf einen höheren Wert. Mangelnden Einsatz kann man dem belgischen Nationalspieler also nicht vorwerfen. An seiner Qualität als Vollstrecker muss er weiter arbeiten, das weiß er selbst. Mit 31 Torschüssen in der Liga tanzt er auf einem Parkett mit Topstürmern wie Aubameyang oder Lewandowski. Seine bisherige Ausbeute ist jedoch weit von denen eines Torjägers entfernt.

Der Spielmacher mit der „Zehn“

Trotzdem entwickelt er sich als Offensivspieler bei Borussia Mönchengladbach zu einem unverzichtbaren Teil der Stammelf. Acht Torbeteiligungen in den letzten acht Spielen (inkl. DFB-Pokal) geben seinem Trainer keinen Grund, Hazard auf die Bank zu setzen. Gerade nach den großen Klatschen hielt Hecking an ihm fest. Dieses Vertrauen spürt er und zahlt es prompt zurück. Thorgan Hazard ackert und erarbeitet sich die Chancen wie kein Zweiter bei Borussia. Zudem bringt er seine Mitspieler immer wieder in exzellente Abschlusspositionen. Er trägt die „Zehn“ auf dem Rücken und avanciert am Niederrhein mehr und mehr zum Spielmacher.

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