Wieder nichts zu holen im Breisgau
Alles wie immer in Freiburg
Konnte mit seiner Mannschaft in Freiburg nicht zufrieden sein - Dieter Hecking. Archivfoto: Dirk Päffgen.
  Nachbericht
13.12.2017 15:29 Uhr
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Verfasst von Andreas Plum

Es bleibt dabei. Borussia Mönchengladbach kann in Freiburg einfach nicht gewinnen. Dass am gestrigen Dienstag die achte Niederlage im zehnten Spiel dazu kam, lag auch an der schwachen Offensivleistung. Die Borussen enttäuschten auf ganzer Linie und müssen aufpassen, ihre zuvor gute Ausgangsposition nicht völlig zu verspielen.

Borussia Mönchengladbach und Reisen in den Breisgau – Da ist die Redensart ‚Außer Spesen nichts gewesen’ Programm. Auch im zehnten Versuch schafften es die Borussen nicht, drei Punkte aus dem Schwarzwaldstadion zu entführen. Dass nicht mal ein Punkt heraussprang ist einerseits hanebüchen und andererseits das Resultat einer ganz schwachen Vorstellung.

Ja, da war abermals eine Entscheidung des Video-Assistenten, durch die die Borussen klar benachteiligt wurden. Den Foulelfmeter, den Nils Petersen dann sicher verwandelte, hätte es niemals geben dürfen. Abermals dauerte es eine gefühlte Ewigkeit und es gab bereits eine neue Spielsituation, ehe aus Köln der Ruf kam, dass es da ein Foulspiel gab. Es gab maximal eine Berührung. Eine, die viele Male in einem Spiel passiert. Eine klare Fehlentscheidung, nach der der Video-Assistent einzugreifen hat, war hier alles andere als zu erkennen.

Videobeweis keine Entschuldigung für die Niederlage

Doch eine Entschuldigung für die Niederlage kann und darf das nicht sein, denn nach dem Rückstand war noch mehr als Zeit genug, um das Spiel zu drehen bzw. zumindest zum Ausgleich zu gelangen. Das gelang nicht, weil die Borussen ratlos daher liefen und sich wie in Freiburg gewohnt, den Schneid abkaufen ließen. 25:5 Torschüsse für den SC Freiburg sprechen da schon eine eindeutige Sprache.

»Nicht der Videobeweis war entscheidend für unsere Niederlage, sondern zum einen unsere Leistung und zum anderen die Leistung der Freiburger. Wir hatten uns das anders vorgestellt, waren aber gedanklich immer einen Schritt zu spät«, sagte Dieter Hecking. »Wir haben es nie verstanden, uns spielerisch zu befreien oder mal Druck aufzubauen. Entsprechend gab es kaum Abschlüsse von uns Richtung Tor. Und das ist natürlich zu wenig, um auswärts etwas mitzunehmen.«

Im Breisgau fehlte es den Borussen an allem. An Tempo, Ideen und vor allem eins: An der nötigen Durchschlagskraft. Lediglich in den ersten zehn Minuten nahm man das Heft in die Hand und spielte nach vorne, allerdings ohne dabei für Gefahr zu sorgen. Und spätestens nach dem Rückstand brach man komplett ein.

»Für uns hat es nicht gereicht, hier etwas mitzunehmen, weil wir die gesamte Partie über keine zwingenden Chancen herausspielen konnten«, stellte Matthias Ginter fest und resümierte: »Wir haben leider nie richtig in das Spiel gefunden und müssen anerkennen, dass Freiburg am diesem Abend einfach die bessere Mannschaft war.«

An diesem Abend war’s wie immer für die Borussen im Breisgau – es war nichts zu holen, weil es einfach schlecht war. Genauso wie der Video-Assistent, der so eher vieles kaputt macht, als hilft. Für die Borussen war es nach dem Sieg gegen den FC Bayern München die zweite Niederlage im dritten Spiel. Ein Punkt ist für die ambitionierte, zweifelsohne mit Qualität ausgestattete Mannschaft definitiv zu wenig. So verspielt man sich die noch vor zwei Wochen mehr als gute Ausgangsposition.

Drei Punkte gegen Hamburg Pflicht

Es gilt zu hinterfragen und zu analysieren, warum die Mannschaft im Breisgau derart ratlos zu Werke ging. Denn das sie es anders kann, hat sie oft genug bewiesen. Und genau das ist auch ein großes Problem. Es fehlt die Konstanz, gute Leistungen über mehrere Halbzeiten/Spiele abzurufen. Für eine Mannschaft, die die internationalen Plätze anvisieren will, ist das zu wenig. Gewinnen die Konkurrenten im Kampf um Europa allesamt am Mittwoch, rangiert die Fohlenelf nach Abschluss des 16. Spieltags im schlechtesten Fall auf dem 10. Tabellenplatz. Dass man dann dennoch weiterhin in Schlagdistanz ist, ist auch der Ausgeglichenheit der Bundesliga geschuldet.

Im letzten Punktspiel des Jahres 2017 gilt es nun am kommenden Freitag im Heimspiel gegen den Hamburger SV, über 90 Minuten plus Nachspielzeit vor heimischen Publikum wieder das wahre Gesicht zu zeigen und sich mit einem Sieg gerade auch mit Blick auf das Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen frisches Selbstvertrauen zu holen. Und damit man auch nach der Winterpause weiterhin das Ziel Europa zu Recht vor Augen haben kann...

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