Die Stimmen nach der Pleite in München
»Das war wirklich beschämend«
Anders als im Hinspiel boten die Borussen dem Rekordmeister keine Paroli. Archivfoto: Dirk Päffgen
  Nachbericht
15.04.2018 09:34 Uhr
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Verfasst von Hannah Gobrecht

Mit 5:1 ging Borussia Mönchengladbach beim FC Bayern München am Samstagabend unter. Auf Seiten der Borussen hatte man Glück, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Mit der eigenen Leistung, vor allem die der zweiten Halbzeit, gingen Max Eberl und Dieter Hecking völlig zu Recht hart ins Gericht.

Die Geschichte der hohen Niederlage gegen den FC Bayern München ist auch am Tag danach schnell erzählt. In den ersten Minuten begann der VfL mutig und spielte mit viel Ballbesitz nach vorne. Belohnt wurde sie nach neun Minuten mit dem Treffer von Josip Drmic, den Jonas Hofmann vorbereitete. »Am Anfang hat es für uns sehr gut ausgeschaut. Wir hatten eine Torchance und haben diese direkt genutzt«, sagte der Torschütze.

Verdiente Führung                 

Tatsächlich war die Führung zu diesem Zeitpunkt verdient. 4:0 Torschüsse gaben die Borussen zu Beginn ab. »Wie wir in den ersten Minuten gespielt haben, so musst du gegen München spielen. Wenn sie nicht den Ball haben, kannst du es auch noch ein bisschen unterbrechen, dass sie in diesen Flow kommen. Das haben wir die ersten 20 Minuten echt gut gemacht«, analysierte Christoph Kramer. Doch kurz danach wendete sich das Blatt, die Bayern fanden immer besser ins Spiel, hatten fortan fast ausschließlich den Ball und ließen diesen durch die eigenen Reihen zirkulieren.

Spiel vor der Halbzeit gedreht

Der VfL lief nur noch hinterher und hatte Glück, dass Thomas Müller nicht schon früher den Ausgleich erzielen konnte. In der 37. Minute klingelte es dann zum ersten Mal im Kasten von Yann Sommer. Spätestens da stand der Mannschaft von Dieter Hecking die vollständige Verunsicherung ins Gesicht geschrieben. »Wir haben keine Entlastung mehr gefunden, zu schnell die Bälle verloren und lange Bälle ins Zentrum gespielt, die dann postwendend zurückkamen«, kritisierte Hecking. Die logische Konsequenz war das 1:2 vor der Pause, bei dem Torhüter Yann Sommer nicht allzu glücklich aussah.

»Dürfen uns nicht auf Knopfdruck verstellen«

Zuvor gab es einen Zweikampf an der Mittelinie, in dem der Schiedsrichter den Zweikampf zwischen Hummels und Drmic nicht abpfiff, doch das ist als Entschuldigung nicht zu akzeptieren, was Hecking ähnlich sah: »Man kann in der Szene sicherlich auch Foul für Josip Drmic pfeifen. Das hat der Schiedsrichter nicht gemacht. Daran hat es sicher nicht gelegen. Klar wäre es besser, mit einem 1:1 in die Halbzeit zu gehen. Aber das wäre jetzt zu billig, das an dieser einen Freistoßsituation festzumachen. Wir haben die Bayern spielen lassen. Sie haben dann die Spielfreude entwickelt, die wir eigentlich nicht haben wollten. Das müssen wir uns ankreiden und niemand anderem.« Bereits da war von einem ernsthaften Widerstand wenig zu sehen. »Das 1:2 müssen wir viel, viel besser und engagierter verteidigen. Dann gehst du zumindest mit dem Unentschieden in die Halbzeit«, so Hecking. »Wir dürfen uns dann nicht auf Knopfdruck verstellen und ein anderes Spiel spielen. Es war dann nur noch eine Frage der Zeit, bis die Bayern zu Toren kommen«, meinte Josip Drmic.

Was sich dann nach der Pause abspielte, war nach den letzten Minuten des ersten Durchgangs fast schon zu befürchten. »Natürlich ist das ein Scheiß 2:1, wo der Yann den Ball halten kann. So geht’s dann in die Halbzeit. Und in der zweiten Halbzeit war es wirklich beschämend, was wir gespielt haben. Wenn du in München spielst und nur nebenher läufst und keine Zweikämpfe annimmst, dann kannst du auch keine Zweikämpfe gewinnen«, brachte es Max Eberl nach Abpfiff auf den Punkt. Denn die Borussia wurde von den Münchenern seziert.

Ohne Gegenwehr

Sechs Minuten nach Wiederanpfiff war das Spiel gelaufen, Thiago Alcantara besorgte das 3:1 der Bayern, die es in den Folgeminuten sehr einfach hatten, sich in einen Rausch zu spielen. »Wir haben keine Entlastung mehr gefunden, zu schnell die Bälle verloren und lange Bälle ins Zentrum gespielt, die dann postwendend zurückkamen«, äußerte sich Hecking über das Spiel seiner Mannschaft. »Man muss dann auch innerhalb der Mannschaft viel mehr Gegenwehr entwickeln. Selbst wenn die Bayern das 3:1 machen - da muss ich anfangen mich als Mannschaft wirklich gegen zu wehren. Das war einfach zu wenig.«

65 Prozent Ballbesitz verzeichnete der Rekordmeister. Ein Spielaufbau fand bei der Fohlenelf nicht mehr statt. Die Partie spielte sich ausschließlich in der eigenen Hälfte ab, von einer Entlastung war nichts zu spüren. »So schwer es fällt - wenn Bayern anzieht, muss man einfach mit brutaler Konsequenz und Konzentration den Ball verteidigen, Foulspiele ziehen, aber nicht den Ball wegschießen. Dann kommen Bälle um Bälle, das ist dann sehr schwer«, monierte Kramer an.

»Arme Schweine«

Kurz vor Schluss gab es den einzigen positiven Aspekt der zweiten Halbzeit. Tobias Strobl feierte nach 252 Tagen sein Comeback. »Klar kommt man lieber bei einem anderen Spielstand rein, aber ich war froh, dass ich gespielt habe«, zeigte sich Strobl, der in der 81. Minute eingewechselt wurde, erfreut. Doch die Enttäuschung überwiegte beim Defensivmann: »Wir wurden auseinander gefieselt, das kann man schon so sagen. Das hat sich nicht schön angefühlt auf dem Platz. Die Außenverteidiger waren heute relativ arme Schweine. Sie wurden sehr oft alleine gelassen und haben immer in Unterzahl gestanden. Da können wir mehr im Kollektiv arbeiten.

»Hätte gerne auf Lektion verzichtet«

Doch da versagte der VfL auf ganzer Linie. Auf die 4:0 Torschussserie zu Beginn, hatten die Bayern im restlichen Spiel eine 20:0 Serie als Antwort. »Du kannst in München verlieren. Und auf Grund der ersten Halbzeit hätte jeder gesagt, das wäre ein ordentliches Spiel gewesen von Gladbach. Aber die zweite Halbzeit - darüber muss zu reden sein«, betonte Hecking, der nach dieser Leistung mehr als deutliche Worte finden muss. »Ich hätte hier gerne verzichtet auf die Lektion, die die Bayern uns in der zweiten Halbzeit gegeben haben. Aber genau das ist es, worüber es zu reden gilt und wo wir auch die Analyse ansetzen.«

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