FOHLENHAUTNAH
Personalsorgen in der Abwehr

Hilft Mamadou Doucouré kurzfristig in der geschwächten Defensive aus?

Kurz & Knapp
18.01.2020 14:48 Uhr
Stefan Lainer sitzt gegen Mainz eine Gelbsperre ab, auch Tony Jantschke droht eine Zwangspause. FOTO: DIRK PÄFFGEN, FOHLEN-HAUTNAH.DE
Verfasst von Daniel Schnichels

Personalsorgen bei Borussia Mönchengladbach: Ramy Bensebaini fällt mit einer Muskelverletzung mehrere Wochen aus, Stefan Lainer muss im nächsten Spiel eine Gelbsperre absitzen. Bei Tony Jantschke sieht es »nicht gut aus« und Nico Elvedi lässt sich derzeit wegen Rückenproblemen behandeln. Heißt deshalb die kurzfristige Lösung Mamadou Doucouré? Zumindest sorgte er heute mit einem Treffer im Testspiel für Furore. 

Plötzliche Sorgen in der Abwehr 

Hinter den Fohlen liegt eine turbulente Woche, die mit der Ausleihe von Jordan Beyer am Dienstag begann. Logischerweise möchte man dem Nachwuchsspieler beim HSV die notwendige Spielpraxis gewähren, die er unter seinem Förderer Dieter Hecking definitiv erhalten wird. Gleichzeitig brachte das Geschäft aber auch ein Risiko mit sich: Was passiert, wenn mal Spieler ausfallen oder gesperrt sind? 

Einen Tag später kam dann schon die erste Meldung: Ramy Bensebaini fällt mit einer Muskelverletzung aus. Schon auf der Pressekonferenz vor dem Rückrundenauftakt deutete Marco Rose an, dass der Algerier den Borussen für mehrere Wochen nicht zur Verfügung steht. Mit Oscar Wendt stand zumindest auf der Position des Linksverteidigers direkt eine Alternative parat. »Sicherlich behalten wir ein Risiko, aber wir können mit unserem Kader auch etwas auffangen«, meinte Max Eberl zu Beyers-Leihe. 

Gestern kam dann plötzlich noch Nico Elvedi auf die Verletztenliste, der Innenverteidiger hat mit Rückenproblemen zu kämpfen. Gegen Schalke fiel er aus, zumindest gegen Mainz möchte der Schweizer wieder auf dem Rasen stehen. Das ist auch schon fast notwendig, ansonsten haben die Fohlen schon so früh in der Rückrunde einen personellen Engpass. »Du triffst Entscheidungen, dann passiert was und man muss damit umgehen«, sagte Borussias Sportdirektor gestern Abend in den Katakomben der Schalker-Arena.

Strobl und Johnson erste Option

Passiert ist am gestrigen Abend tatsächlich einiges: Nicht nur, dass die Fohlen den Auftakt verschlafen haben, sondern es kam mindestens noch ein Spieler auf die Liste für die Ausfälle hinzu. Stefan Lainer holte sich seine fünfte gelbe Karte ab und wird gegen Mainz definitiv auf der Tribüne sitzen. Bei Tony Jantschke, der mit Muskelproblemen vom Platz humpelte, sieht es aktuell ebenfalls nicht gut aus. Eine Diagnose steht zwar noch aus, aber die Reaktion von Max Eberl ließ nichts gutes hoffen. 

Die ersten Optionen auf den beiden Positionen werden wohl Tobias Strobl und auch Fabian Johnson sein. Strobl spielte gestern schon in den letzten Minuten für Jantschke in der Verteidigung. US-Boy Johnson darf sich auf der rechten Abwehrseite berechtigte Hoffnungen auf seinen ersten Startelf-Einsatz seit knapp fünf Monaten machen. Allerdings kam heute ein neuer, aber nicht unbekannter Name als mögliche Verstärkung für die Abwehr dazu: Mamadou Doucouré.

Doucouré feiert persönlichen Erfolg 

Im heutigen Testspiel gegen den MSV Duisburg, Borussia verlor mit 1:3, durfte der 21-Jährige für eine halbe Stunde ran. Vielmehr noch: Er schoss sogar das 1:0. Damit dürfte der vorläufige Höhepunkt in der Vorbereitung auf seinen ersten Bundesliga-Einsatz erreicht sein, schließlich macht ihm die steigende Belastung bis dato keine Probleme. Im Trainingslager wurde der Franzose in allen drei Tests noch geschont, doch so langsam aber sicher könnte Doucouré tatsächlich eine Alternative werden. Vor allem bei den aktuellen Personalsorgen in der Defensive. Es wäre also nicht sonderlich überraschend, wenn ihn Rose schon für das Spiel gegen Mainz in den Kader beruft und seine ersten Bundesliga-Minuten schenkt. 

»Jetzt wird er auch langsam beginnen, seinen Platz zu beanspruchen«, wagte auch Borussias Sportdirektor im Trainingslager in Jerez eine erste Prognose. Auch Doucouré selbst bestätigte unserer Redaktion immer mal wieder, dass ihm »die Belastung keine Probleme bereitet hat«. Deshalb finden wir, dass eine Kaderberufung nur der nächste logische Schritt in der Entwicklung von Mamadou Doucouré ist…