FOHLENHAUTNAH
Achterbahnfahrt gegen Frankfurt

Den Härtetest mit Bravour bestanden

Kommentar
28.10.2019 12:57 Uhr
Marcus Thuram war gegen Frankfurt nur selten vom Ball zu trenne und ein echter Aktivposten. FOTO: DIRK PÄFFGEN, FOHLEN-HAUTNAH.DE
Verfasst von Daniel Schnichels

Borussia Mönchengladbach erlebte gegen Eintracht Frankfurt eine echte Achterbahnfahrt. Die Partie hatte alles zu bieten, was es zu einem guten Fußballspiel braucht. Dass die Fohlen als Sieger hervorgingen ist alles andere als ein Zufall und hängt von vielen Faktoren ab.

Was für eine erste Halbzeit!

Kann man es noch besser spielen als in der ersten Halbzeit? Gut möglich. Doch zum jetzigen Zeitpunkt kann und muss man diese Frage eindeutig mit „nein“ beantworten. Schon vor dem Spiel erwartete Marco Rose ein intensives Aufeinandertreffen mit der Frankfurter Eintracht. Seine Mannschaft hielt allerdings mit allem dagegen, vor allem ließ sie die SGE aber in den ersten 45 Minuten absolut nicht ins Spiel kommen.


Anders als noch in den Spielen wie gegen Dortmund und Rom belohnte sich die Elf in Form von Toren von Thuram und Wendt für den starken Auftritt. Seit vier Spielen (Augsburg, Dortmund, Rom und Frankfurt) bringt die Fohlenelf nun eine konstant gute Leistung auf den Rasen und ist vor allem zu Beginn der Partie schon hellwach. 

Ein eingeschworener Haufen

In diesen Tagen ist Marco Rose sehr darum bemüht, einzelne Spieler nicht hervorzuheben. Der 43-Jährige betont immer wieder, dass sie ein „guter Haufen“ sind und dass die Harmonie in der Mannschaft passt. Dass sieht man aktuell in jedem Spiel, man schaue sich nur mal den Jubel an: Die Fohlen freuen sich im Kollektiv und klatschen einander ab, jeder steht für den anderen ein. Zudem stimmt bei ausnahmslos jedem Spieler der Einsatz und der absolute Wille, das Spiel zu gewinnen.

(K) eine Frage der Mentalität

Denn während sich andere Bundesligisten Woche für Woche die Mentalitäts-Frage stellen lassen müssen, ist das bei den Fohlen überhaupt kein Thema. Auch gegen die SGE zeigten sie nach den beiden Toren Moral und steckten den kleinen Rückschlag weg. Zugegeben: Nach dem 2:1 gönnte sich Borussia eine kleine Verschnaufpause und das Spiel hätte durchaus auch kippen können. Aber diese neu gewonnene Qualität bedeutet eben auch Ruhe auszustrahlen und die eigenen Angriffe mit der notwendigen Konsequenz zu Ende zu spielen. 

Qualität von der Bank

Bis zum Schluss wurden noch die Sprints in die Tiefe angezogen und die Zweikämpfe mit dem nötigen Biss geführt. Die Vorarbeit von Lars Stindl zum 4:2-Schlusspunkt ist sinnbildlich dafür, denn eigentlich war der Ball schon wieder in Reihen der Eintracht, doch der „Capitano“ stemmte sich noch voll dagegen und behielt den Überblick. Auch Leitwolf Stefan Lainer ist für viele Spieler ein gutes Vorbild, wenn es um Ausdauer und Zweikampfverhalten geht. Man kann Max Eberl für diesen Transfer gar nicht oft genug loben. 

Beim Blick auf die lange Verletztenliste kann einem Angst und Bange werden, aktuell stehen auch noch die Diagnosen bei Breel Embolo und Tony Jantschke aus. Aber auch hier zeigt sich eine ganz neue Qualität rund um den Borussia-Park, denn egal wer da letztlich auf dem Platz steht, alle stellen sich in den Dienst der Mannschaft und haben dieses Sieger-Gen verinnerlicht. Trotz allem sind Leistungen wie gegen Frankfurt immer wieder ein Kraftakt, denn die Stammspieler haben aktuell kaum Zeit zu regenerieren. 

Weiterentwicklung

Zu guter Letzt kommt neben viel Qualität in allen Teilen der Mannschaft auch individuelle Stärke bzw. eine gute Entwicklung bei einigen Spielern. Denis Zakaria hat sich schon letztes Jahr als Führungsspieler etabliert, in der bisherigen Saison hat der Schweizer noch mal einen berühmten Schritt nach vorne gemacht. Hinzu kommt, für uns, der Gewinner der Saison: Laszlo Bénes. Der Slowake übernimmt immer mehr Verantwortung, das hat man gestern auch wieder gegen die SGE gesehen. Plötzlich sind Standards wieder eine Waffe bei Borussia, das liegt an den tollen Hereingaben von Bénes.

Trotz aller Lobeshymnen wissen aber auch die Verantwortlichen, dass auf dem eingeschlagenen Weg noch viel zu gehen ist. Sollten die Fohlen am Mittwoch im Pokal eine ähnliche Leistung aufs Parkett bringen, dann ist auch in Dortmund alles möglich. Denn der „Riese“ aus dem Ruhrgebiet wankt aktuell sehr stark im Ring, ist aber noch nicht gefallen. Ihn zum Fallen zu bringen ist nun die Aufgabe der einzig wahren Borussia...